Winterreise

 

 

Ernst Hruška singt Lieder aus:

Die Winterreise“ von Franz Schubert

Im Hören der Lieder Franz Schuberts fühlen wir die Sehnsucht nach friedvoller Harmonie, erleben aber auch die Verführung, in ängstliche, scheinbar schützende Dunkelheiten abzugleiten. Schuberts „Nachtmeerfahrten“ sind voll von schmerzhafter Depression, archetypischen Gestalten, unerfüllten Sehnsüchten, Verzweiflung, Tagträumen… jeder kann verschiedene Aspekte seiner Selbst darin finden.  

Qualen der Nacht:

Vielleicht hat aber diese persönliche Odyssee Schubert gezwungen, tiefer in ein Seelisches einzutauchen und diese „Lieder der Innerlichkeit“, aus geistig – seelischen Impulsen heraus niederzuschreiben. Wie oft erleben wir nach den Qualen der Nacht nicht nur Erleichterung, sondern auch das Erleben eines tieferen Seins, einer Dankbarkeit und Liebe.  

Der mystische Liebesatem:

Im Gesang dieser Lieder führt uns Ernst Hruška hinein ins Unbekannte, an innerlich fremde Orte, die wir weder ihrem Namen nach kennen, noch die Zahl ihrer unterschiedlichen Schwingungen. Sie verzaubern und führen in ein Labyrinth von Wahrnehmungen, Ahnungen und Erkenntnissen, die unser inneres Erleben immer wieder variieren, vertiefen und es mit unserer Seele verbinden. Ein mystischer Liebesatem, der uns die Welt so erscheinen lässt, wie wir sie derzeit erleben – wie ein endzeitliches Szenario sich entwickelt, wie ungeheuerliche Katastrophen sich aufbauen , wie sie in der Apokalypse des Johannes, Kap. 21 + 22 beschrieben sind. Gleichzeitig wird in diesen Liedern ein Raum erschaffen, voll von berührender Schönheit, Größe und Liebe, eine Möglichkeit zur immerwährenden Weiterentwicklung, eine paradiesische Umarmung.  

Heute:

Ganz im Gegensatz zum Heute, wo wir eher eine apokalyptische Zerstörung erwarten und teilweise erleben, wo uns undurchsichtige Hüllen von Angst, übertriebener Eigenliebe, übersteigeter Selbstwertgefühle einengen.

Gleichzeitig wird uns bei diesen „schauerlichen Liedern“ bewusst, dass eine entwickelte Bewusstheit, eine Verbindung zum Lichte der Schöpfung nur durch persönliche Innenschau erreicht werden kann.

Öffnung und Bereitschaft sind erforderlich um zu dem im außer dem gewöhnlichen Bewusstsein Liegenden Kontakt herzustellen, oft schmerzvoll, radikal, vernichtend oder freiwillig.

"Die Menschen muß man nehmen wie sie sind, nicht wie sie sein sollten"  Franz Schubert

Wir erleben in dieser Zeit ein Erwachen aus diesem gewöhnlichen Bewusstsein, ein gereinigtes Denken und Fühlen wird von uns gefordert, ein Loslassen des ungesunden Übergewichtes von Emotionen, Phantasien, Körperkulten, materiellen Verhaftungen usw.

In diesen Liedern tritt uns ein erkennendes Fühlen in Erscheinung, wo in einer besonderen Hingabe der Seele ein Weg gefunden werden kann zum Mitfühlen, Miterleben, zur Bruderliebe, zu einem strahlenden Licht in unserem Leben.

Ernst Hruška trägt uns mit seiner Stimme hinein in die Phänomene der Schöpfung, in eine Hingabe die nicht Opfer, sondern reine Liebe ist und die tatsächlich unsere persönlichen Schwingungen anhebt.

Wer sich auf die „Winterreise“ einlässt, tritt ein in eine Welt, die nicht von Außen erlebt werden kann. Es sind Lieder des Sich – Erinnerns, die nicht zu neuen Erlebnissen führen. Sie sind ein Erinnerungsgemälde, eine weite Wanderung, ein Läuterungsfeuer, in dem der Mensch eine neue Daseinsstufe betritt, eine Auferstehung aus dem Tode des Winters, hin zu einer umfassenden würdevollen Menschlichkeit.

Ernst Hruška`s Liedgesang ist gekennzeichnet von der Hingabe an das Werk. Seine unverkennbare, individualisierte Stimme offenbart dem Hörer einen seelisch – geistigen Transformationsprozess und führt uns zu einem  inneren Erleben, ein mystischer Liebesatem, der inneres Erleben immer wieder variiert, vertieft und es mit der Seele verbindet.

Die „Winterreise“, den schöpferischen Künstlern vorbehalten, öffnet die Augen für den Irrsinn der bestehenden Verhältnisse und bringt einen wahren Freiheitsbegriff mit sich, der dem restlos kommerzialisierten Musikbetrieb nicht entspricht.

„Ein edler Geist begnügt sich nicht damit selbst frei zu sein; er muss alles andere um sich her, auch das Leblose in Freiheit setzen“ Friedrich Schiller

 

Ernst Hruška und Yuri Smirnov

 

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