Wacholder

 

Juniperus communis

Reckholder, Weckholder, Quickholder, Krammelstrauch, Kranawittstrauch...

Familie: Zypressengewächse, Cupressaceae

Er wächst in Moor- und Heidelandschaften oder auf kargen Bergwiesen. Er hat 2 typische Wuchsformen: Eine Senkrechte - Sonnenlinie- und eine Waagrechte - Planetenlinie-. Der wehrhafte Mars- und Schutzstrauch steht gerne alleine.

"Von Hollerstaud'n und Kranawitt'n rück i mein Huat und noag bis halbe Mitt'n".

In unserer Mythologie, "Wehalter" war sein mittelhochdeutscher Name, genoss er schon bei den Germanen Ansehen. Dort wo er wächst ist, wie bei alle immergrünen Bäumen, der Bereich der Ahnen und dort beginnt auch ein heiliger Raum, der Eingeweihten als Naturtempel bis heute dient. Im Christentum ruhte nach der Bibelübersetzung von Martin Luther der Prophet Elias unter einem Wacholder (Hebräisch: "rothem"). Das Holz wurde als Amulett geschnitzt und bot Mensch und Tier Schutz vor Anfechtungen und schlechten Einflüssen. 

"Eichenlaub und Kranewitt, dass mag der Teufel nit".

 Er gilt bis in unsere Zeit als die Verkörperung der Erdmutter: "Frau Kranewitt". Diese verdeckt die Eingänge zu den Behausungen wohlwollender, schützender Zwerge und Wichtel, die den Menschen bei Not helfen. Er verzaubert die Plätze wo er wächst, wehrt Schaden ab und manche Menschen behaupten, er hilft sensitiven Menschen sich abzugrenzen, das Rechte zu tun und stellt die notwendige Energie dafür zur Verfügung. 

Heilwirkung: Cave ! Nicht bei Schwangerschaft und Niereninsuffizienz! 

Wirkt: Entgiftend, harntreibend, entschlackend, herzstärkend, desinfizierend, bei Leberleiden, rheumatischen Erkrankungen, regt die Nierentätigkeit an (Nierensteine - Angststeine), bei Ängsten, bei Magenproblemen ( auch bei Helicobakter pylorii), bei Husten. Stärkt die vitale Energie.

 Beeren: Sie brauchen zur Reifung 2 Jahre. Bei: Völlegefühl, Aufstoßen, Sodbrennen, wirken heilsam auf die Verdauungsorgane.

Beerenkur: nach Pfarrer Kneipp (1821-1897) Einnahme von gut gekauten Beeren: 1 Tag 5 Beeren, 2. Tag 6 Beeren, 7. Tag 8 Beeren... bis zu 15 Beeren am Tag. Dann beginnt die Einnahme rückwärts, bis sie bei 5 Beeren angelangt sind und die Kur erfolgreich abgeschlossen haben.

Oder: Frühmorgens auf nüchternen Magen 3 Beeren gut zerkauen. Hilft bei schwacher Verdauung.

Tee: 1 TL zerdrückte Beeren mit 1/4 Liter heißem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen.

Tee: wasserziehend, entgiftend: 10g Wacholderbeeren, 10 g. Liebstöckel, 10 g Hauhechel, 10 g Süßholz. Mischen und 2 TL mit 1/4 Liter heißem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen. Auch als Waschwasser bei Hautausschlägen.

Wacholderöl (Oleum juniperi): Das Öl hat eine starke antibiotische Wirkung, ist magenstärkend, blutreinigend, desinfizierend. Einreibung bei Rheuma und Gelenkschmerzen, Inhalation bei Bronchitis, hilft bei Gelbsucht, Gallensteinen, Zipperlein, Verstopfung ... . 

 Wacholdertinktur: (Wacholder Spiritus): Bei Husten, Magenproblemen, Blähungen, Sodbrennen, Rheuma: 100 g Beeren zerdrücken und in 500g Alkohol (oder 50 : 50 Wasser-Alkohol Gemisch) einlegen. Verschließen und an einen warmen Ort stellen. Öfter aufschütteln. Abseihen und in Flaschen füllen. Äußerlich zur Einreibung verwenden oder innerlich: 3 X 20 Tropfen auf 1 Stück Rohrzucker.

Mus (alte Rezeptur): Auf 1 Liter Beeren nimmt man 4 Liter Wasser und kocht darin die Beeren weich. Das Mus ausdrücken und  mit Rohrzucker oder Honig bis zur Eindickung aufkochen. Schmeckt auch am Butterbrot gut.

Wacholderwein: Beeren in Wein aufgekocht und getrunken reinigt die Blase.

Küche: starke antiseptische Wirkung. Heute noch nützt man den Rauch um Fleisch zu selchen, eine Zugabe bei Sauerkraut und anderen Speisen.

Bad: Eine Abkochung von Wacholderbeeren, Tannennadeln und Holunderblüten ins Badewasser geben. Dieses Bad stärkt die Lebensgeister.

 

Räucherwerk: Das Wacholderharz, Resina Juniper oder Sandaraca germanica, diente und dient zum Ausräuchern von Kranken- und Sterbezimmern. In Zeiten der Pest betraten die Menschen die Pesthäuser nur, wenn sie in Wacholderrauch gehüllt waren und 1918, während der Grippeepidemie, räucherten die Menschen vermehrt mit Wacholder.

Der Rauch von Holz (fein, fest), Nadeln und Beeren  wird  bei Heilungen eingesetzt, auch um Mensch und Tier zu schützen. Tibetische Heiler räuchern bei ihren Heilungen mit dem Kraut, ebenso wie indianische Schamanen. Wacholderrauch kräftigt das Bewusstsein!

Im griechischen Mythos ein magischer Räucherstoff, Medea übte ihre Zauberkünste im Wacholderrauch. 

Die große Zauberin , (die Medeasage wurde in der Literatur, von Grillparzer und in Opern  bearbeitet)

versetzte mit einem Wacholderzweig, den sie in ihren Zaubertrank tauchte, einen Drachen in tiefen Schlaf (Apollonius IV).

Bei Vergil, Aeneis VII 13, finden wir auch beschrieben, daß Circe, die Heilerin und Zauberin, die Erbarmungslose, den Wacholder (odorata cedrus) als heiliges Räucherwerk nahm.

In der Antike wurden kleine Tempel aus Wacholderholz gebaut, um magische Rituale durchzuführen.

Juniperus oxycedrus soll Apollon geweiht gewesen sein.

Räucherung: 3 EL Weihrauch, 2 EL Myrrhe, 1EL Opoponax (süße Myrrhe), 1/2 EL Stinkasant, 6 EL Wacholder. Fein zermalen und nach dem Räuchern lüften!

Räucherung: 1EL Wacholdernadeln, 2-3 EL Wacholderbeeren, 2 TL Kiefernharz, 1 EL Engelwurzsamen, 1 EL Dost, 10 EL Beifuß. Mischen, fein zerstoßen und nach dem Räuchern lüften!

"Vorm Holler zieht der Bauer den Hut, vorm Wacholder geht er in die Knie".

 

Zurück Home Nach oben Weiter

 

HELICOTHERAPIE

Impressum © Alle Photos: 1130 Wien, Gallgasse 76