Kamille

 

Matricaria chamomolla L.

Eine der beliebtesten einheimischen Heilpflanzen, die das Licht liebt und lehmig-sandigen Boden. Der Name "matricaria" leitet sich vom Lateinischen mater - Mutter ab, war sie doch immer schon ein Kraut der Frauen und Mütter, ein Mutterkraut.

Es ist anzunehmen, dass die Kamille seit der Antike bekannt ist,

 allerdings unter anderen Namen, die eine Verwechslung leicht möglich machen. Nach anderen Quellen war sie den Ägyptern als fieber- und hitzedämpfende Kraft, als eine Blume ihres Sonnengottes bekannt und in der Antike als Mittel bei Neuralgien und Gliederreißen. 

Bei den Germanen die Pflanze des Sonnengottes Baldur. 

  Hildegard von Bingen erwähnt sie nicht.

Im „Gert der Gesundheit“ (Mainz 1485) wird ein erster Holzschnitt der Kamille gezeigt.

Die Heilanwendung ist die gleiche wie die von Albertus Magnus, der 3 Arten der Pflanze erwähnt.

"Gegen Geschwüre, ermüdete Glieder, erschöpftes Gehirn, gegen Gelbsucht und gegen Darmverschlingung."

Von 1500 an, wird sie in allen Kräuterbüchern erwähnt.

(Brunfels, Bock, Fuchs, Mattioli, Tabernaemontanus usw.)

Die um Johanni gesammelten Kamillen gelten als besonders heilkräftig. De Blütenköpfe werden von Mai bis August gesammelt.

Eines der neun Wotanskräuter und der neunerlei Augustkräuter, die Schutz vor Feuersbrunst, Zauberei und Versprechungen gaben.  (9 Kräuterbuschen: , Beifuß, Arnika, Ringelblume Salbei, Liebstöckel, Dill, Baldrian, Rainfarn, Kornblume. Umkränzung: Getreide und andere Heilpflanzen und in der Mitte die Königskerze). Alle Kräuter waren Räucherzutat in den Rauhnächten.

Bettsrohkraut: Auch die Kamille spendete während der Geburt heilsame Energien. 

Heilwirkung: entgiftend, wirkt blähungswidrig, antibakteriell, krampflösend, milchbildend, schweißtreibend, beruhigend. Anwendungen bei: Krämpfen und Leibschmerzen, Blähungen, Durchfall, Ausschlägen, Menstruationsstörungen, Schlaflosigkeit, bester Einfluss auf das gesamte Nervensystem, Waschungen bei entzündeten Augen, Bindehautentzündungen, Fieber- Wund- und Zahnschmerzen... .

Tee:1 TL auf 1/4 Liter heißem Wasser, überbrühen und kurz ziehen lassen. 

Besonders heilsam für Kinder!

Bad: 2 Handvoll Blüten abbrühen und ins Badewasser geben.

Dampf: 1 EL Blüten mit 1 Liter Wasser überbrühen und unter einem Handtuch Dämpfe einatmen.

Kamillenöl: 1 Flasche mit frischen Blüten füllen, mit kalt gepressten Olivenöl übergießen, 14 Tage in die Sonne stellen, abseihen und in Fläschchen füllen.

Kräuterkissen: 1 Säckchen mit getrockneten Kamillenblüten füllen, erwärmen und auflegen.

Bauchauflage: 200 g Beifußkraut, Kamillenblüten und Buchenasche (Medizinalkohle - hoher Kaliumkarbonatanteil) in ein Leinensäckchen füllen, das Säckchen mit einigen Wassertropfen besprühen und im Ofen erwärmen. Das heiße Säckchen in ein Handtuch wickeln und am Bauch auflegen. (Beifuß und Kamille wirken entkrampfend auf den Unterleib).

Färberkamille, Anthemis tinctoria

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HELICOTHERAPIE

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