Herbstzeitlose

 

Colchicum autumnale

Familie der Zeitlosengewächse, Colchicaeae.

Giftig!

Zauberpflanze, Heilpflanze, Saturnpflanze (heute eher Pluto zugeordnet), Lichtpflanze.

Historie:

Im alten Griechenland waren mehrere Colchicum - Arten bekannt. Die Hüterin der Herbstzeitlosen, deren Gift auch damals gefürchtet war, war Medea. Ihr Garten lag in Kolchis am Schwarzen Meer, von Außen eine Festung, Innen ein Einweihungsort, in dem alle heilkräftigen Pflanzen wuchsen.

Daher auch der Name der Herbstzeitlosen: Colchicum. Medea hat das Wissen um die Kräuter und Gifte, besitzt die Sehergabe und ist Priesterin der Göttin Artemis, steht auch unter dem Schutz der Erdgöttin Themis (diese war neben ihrer Mutter Gaia, die 2. Orakelgöttin von Delphi). Als Helferin und Schutzgöttin hat sie die Göttin Hekate. Prometheus ist ihr Lehrer, wie Seneca berichtet.

Sie kennt die Heilkunst, den Schadenszauber, sie ist ganz archaische Zauberin und wurde erst später böse gemacht, sie war ein Kind der Sonne, Medea gehört wie Hektate und Kirke zum Stamme des Helios/Sol, wie Hesiod berichtet. 

Medea ist das Urbild der Hexe und findet bis heute Eintritt in Literatur und Musik.

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Die Herbstzeitlose blüht bei Herbstbeginn, im Altweibersommer ( die Blätter produziert sie im Frühjahr, die dann über den Sommer ganz verschwinden), zur Tag - und Nachtgleiche.

In germanischer Zeit war sie Lugh, Donar und Jupiter geweiht,

in unserer Zeit dem Erzengel Michael, dem "himmlischen Arzt", dem durch das "Michaelbrauchtum" am 29.9. Verehrung und Referenz erwiesen wird.

Über viele Jahrhunderte begannen die Frauen um diese Zeit die Spinnräder herzurichten und das Spinnen begann und sollte über die langen Wintermonate tägliche Beschäftigung sein. In der anderen Wirklichkeit spann die archaische Göttin Frau Holle ihre Schicksalsfäden, die Erd- und Muttergöttin soll vielen Menschen das Spinnen und Weben gelehrt haben. Unter Anderem ist ihr der Holunder geweiht.

In vielen Regionen galt die Herbstzeitlose als Schutzpflanze, praktisch gegen jeden Schaden, der über die Wintermonate eintreten konnte.

Heilwirkungen:

Geschichtlich wurde der Pflanze wegen ihrer Giftigkeit und den dementsprechenden Nebenwirkungen immer großer Respekt gezollt. Verwendung fand sie bei Hautgeschwüren und Warzen.

Heute halten sie vor allem Genforscher in Ehren. Eines ihrer Hauptinhaltsstoffe, Colchicin, ist zellwachstumshemmend und wird in der Krebstherapie eingesetzt. Ebenso bei Leukämieerkrankungen.  Das Gift Colchicin, welches in allen Pflanzenbestandteilen enthalten ist, ist eines der stärksten Mitose - Gifte, welches wir kennen. Es hemmt die Zellteilung und Zellvermehrung.

In der Homöophatie: gegen Gicht, rheumatische Beschwerden, Gastroenteritis,... . Ähnlich den Wirkstoffen der Mandragora, der Alraune.

In der Pflanzenzucht wird es zur Vergrößerung von Pflanzen herangezogen. Oft treten bei derlei Behandlung Mutationen auf, die man sonst nur bei Röntgen- und Radiumbestrahlung kennt.

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Wanderer (Wotan):

"Wache, Wala! Wala! Erwach!

Aus langem Schlaf weck` ich dich Schlummernde auf.

Ich rufe dich auf: Herauf! Herauf!

Aus nebliger Gruft,

aus nächtigem Grunde herauf!

Erda! Erda! Ewiges Weib!

Aus heimischer Tiefe tauche zur Höh`!

Dein Wecklied sing` ich, daß du erwachest!

aus sinnendem Schlafe weck`ich dich auf.

Allwissende! Urweltweise!

Erda! Erda! Ewiges Weib!

Wache, erwache, du Wala! Erwache!"

 

Erda:

"Mein Schlaf ist Träumen,

mein Träumen Sinnen,

mein Sinnen Walten des Wissens.

Doch wenn ich schlafe,

wachen die Nornen:

und spinnen fromm, was ich weiß.

Was frägst du nicht die Nornen?"

Text aus Richard Wagner: Siegfried III/1

Nornen: In der germanischen Mythologie, sind es die Schicksalsfrauen, sie spinnen die Fäden, die Götter und Menschen lenken.

Erda: Ursprünglich im germanischen Mythos die Erdgöttin, die Völva (Wala), die Wissende, die Seherin.

Wanderer, Wotan, Wodan, Odin: Eine ständig nach Wissen und Weisheit suchende, vielfältige Gottheit.

- er jagt in der Zeit der Wilden Herbsttürme mit seinem Heer durch den Himmel - so der Mythos.

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Die Zeitlose:

 

Auf frischgemähtem Weideplatz 

steht einsam die Zeitlose

den Leib von einer Lilie, 

die Farb` von einer Rose; 

doch es ist Gift,

was aus dem Kelch, dem reinen, 

blinkt so rötlich

die letzte Blum`

die letzte Lieb`

sind beide schön,

doch tödlich.

 

Richard Strauss

Herbert v. Gilm

 

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