Ginkgo

 

Ginko Bilboa

Der Ginkobaum gilt als lebendes Fossil, er wuchs schon vor 300 Millionen Jahren, ein Wanderer zwischen den Weltenzeiten, der sich geweigert hat an der Evolution teilzunehmen und so gesehen bilden Ginkobäume untereinander eine enge Gemeinschaft, eine eigene botanische Klasse: Ginkopsida. Er wuchs in einer Zeit, als Europa noch vom Urmeer überflutet war. In der Eiszeit zog er sich nach Süd - Ost - Asien zurück und kam von dort aus wieder nach Europa.

Der Ginko ist zweihäusig, d.h. männliche und weibliche Bäume lassen sich erst nach 30 Jahren, in seiner ersten Blütezeit unterscheiden.  

 Er wird in Japan als Tempelbaum, als Heilige Baum vereehert. Ginko Bäume wuchsen in der Nähe von Hiroshima, als dort die Atombombe explodierte und Alles vernichtete, trieb er im darauf folgenden Frühjahr wieder aus.  

 Er kam um 1700 als Heilbaum, der auch Glück bringt und böse Geister vertreibt, Ruhe und Frieden spendet nach Europa. Sein Siegeszug in der europäischen Medizin begann in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts, als der Arzt und Apotheker Willmar Schwabe (1903 - 1983) seine Inhaltstoffe pharmazeutisch untersuchen ließ.

Seine zweigeteilte Blattform (bilboa) ist in China ein Symbol für die Doppelsinnigkeit allen Seins, für Ying und Yang, des männlichen und weiblichen Prinzips, des Tages und der Nacht, von Leben und Tod, von Freud und Leid, manche sehen in der Blattform auch die Form eines Herzens.

Heilwirkungen: Er wirkt doppelt durchblutungsfördernd: Er regt die Erweiterung der Blutgefäße an und wirkt verbessernd auf die Fließeigenschaften des Blutes. Durchblutungsstörungen, Altersherz, Ischämie (zu geringe Blutzufuhr ins Gehirn - mentale Leistungssteigerung), Schwindel, Ohrensausen, wirkt entzündungshemmend, er hemmt freie Radikale, die bei der Demenzentstehung, bei Gefäßerkrankungen und als Auslöser zahlreicher Krankheiten eine Rolle spielen.

Verwendung fand und findet er in der chinesischen Barfussmedizin und ist einer der naturwissenschaftlich best untersuchten Bäume.

Keine Einnahme bei: blutverdünnenden Medikamenten und MAO Hemmern.

Tee lässt sich aus seinen Blättern herstellen, jedoch wirken Alkoholauszüge besser oder die im Handel erhältlichen Produkte.

 

"Dieses Baumes Blatt, der von Osten

Meinem Garten anvertraut,

Gibt geheimen Sinn zu kosten

Wie`s den Wissenden erbaut.

 

Ist ein lebendig Wesen,

Das sich in sich selbst getrennt,

Sind es zwei die sich erlesen,

Dass man sie als Eins erkennt.

 

Solche Fragen zu erwidern

Fand ich wohl den rechten Sinn,

Fühlst du nicht an meinen Liedern

Dass ich Eins und Doppelt bin."

J. W. Goethe, 1815

 

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