Schafgarbe

 

Achillea mille folium  

Garbenkraut, Feldgarbe, Gotteshand, Neunkraut, Allheil, Heil aller Schäden..., viele volkstümliche Benennungen hat die Schafgarbe. Diese würzig riechende Pflanze blüht bei uns an allen Wegen- und Straßenrändern, auf Wiesen und Rainen im Juni und Juli. Die göttliche Vorsehung hat sie uns als eine der wohltätigsten Geschenke dicht vor, neben und in die Ortschaften hingepflanzt. Da steht sie unscheinbar und bescheiden, stets bereit uns zu helfen in Schmerz und Leid. Ihr erster Adelsbrief ist ihr uralter Name: "Heil aller Welt".

Allerheiligste Heil – und Räucherpflanze der Germanen, der Göttin Freya geweiht. Die Pflanze wurde im Norden (neben dem Bilsenkraut) auch als Bierwürze verwendet.

„Sie bringt das Geistige in die Welt“  Rudolf Steiner.

Seit der Antike als Heil- Frauen- und Orakelpflanze bekannt. Damals galt sie besonders als Mittel gegen Wunden, die durch eiserne Waffen geschlagen waren. Frische, zerquetschte Blätter auf Wunden aller Art gelegt und öfters gewechselt, bewirken schnelle Heilung. Matthioli schrieb in seinem Kräuterbuch 1563:" In Summe ist die Schafgarbe ein köstlich Wundenkraut und derenthalben bei den Wundärzten im täglichen Gebrauche. Denen, die gefallen oder gestürzt sind, ist es besonders gut, man trinkt sodann dies Kraut und die Blüten mit Salz und Wasser."

Auch heute noch steht die Pflanze in hohem Ansehen. In Österreich wird sie "Bauchwehkräutl" genannt, denn sie heilt auch Bauchweh und Ruhr. Es heißt, dass sie alle Säfte reguliert, "Heil aller Schäden",  sie ist eine nicht wegzudenkende Heilpflanze geblieben.

Heilwirkungen: Bei Knochenmarkserkrankungen wirkt sie blutbildend und bei Lungenblutungen ist sie ein gutes Mittel zur Blutstillung. (Bei Lungenkrebs wird sie gemeinsam mit Kalmus zur Ausheilung gegeben), bei Magenblutungen, stark blutenden Hämorrhoiden, ebenso bei Magendrücken und Sodbrennen. Der Tee regt die Nierentätigkeit an, hilft bei Blähungen, Entzündungen des Magen- Darmtraktes und sorgt für einen geregelten Stuhlgang. Empfohlen wird sie bei Kreislaufproblemen und bei Angina pectoris.

Schafgarbensaft und Schafgarbentee wurde und wird gerne bei Frauenkrankheiten  ( Die Pflanze wurde von Frauen auch "Augenbrauen der Venus" genannt) gegeben: bei fehlender, schmerzhafter oder zu lang anhaltender Menstruation. Auch in den Wechseljahren schützt sie vor innerer Unruhe. Eierstockentzündungen nimmt sie die Schmerzen, hilft bei Weißfluß und hilft mit, Myome zum Verschwinden zu bringen. Sie beinhaltet ein Phytoöstrogen, das heißt, sie wird vor allem in der zweiten Zyklushälfte gegeben.

Empfohlen wird sie bei Migräne, Schwindel und Übelkeit. 

Tee: 70 g Blätter und Blüten mit etwa 3/4 Liter Wasser abbrühen und ziehen lassen.

oder: 1 Teelöffel auf 1/4 Liter heißem Wasser, kurz ziehen lassen.

Schafgarbe, Bädern zugesetzt wirkt kräftig stärkend. Sitzbad: 100g Schafgarbe (alle Teile) in kaltem Wasser über Nacht ansetzen, erhitzen und dem Badewasser zufügen. 

 Schafarbensaft: der im Frühling aus der gesamten Pflanze ausgepreßte Saft dient zu Frühlingskuren und als Magen- und krampfstillendes Mittel ( bei oben genannten Frauenbeschwerden). Äußerlich läßt sich der Saft gegen Geschwüre verwenden.

Schafgarbentinktur: Frische Blüten werden in eine Flasche gefüllt und mit 40 % Korn- oder Obstbranntwein übergossen. 14 Tage in der Wärme stehen lassen.

Schafgarbensalbe (alte Rezeptur): 90 g Schweineschmalz oder ungesalzene Butter erhitzen und 15 g frische, zerkleinerte Schafgarbenblüten und15 g Himbeerblätter hinzugeben, erhitzen und abkühlen lassen. Durch ein Tuch pressen und in Gläser füllen und kühl aufbewahren.

Küche: Die fein geschnittenen Blätter können mit frischer Butter genossen werden oder in Suppen... .

Die schwärzliche Schafgarbe (Achillea astra L.), die weißwollige Schafgarbe (Achillea nana L.), und die Moschusschafgarbe ( Achillea moschata) wachsen in den Alpen. Alpenbewohner schätzen dieses Kraut hoch und bereiten daraus Tees und auch magenstärkende Liköre!

In der Tiereilkunde verwendet man die Schafgarbe bei Koliken, Durchfällen und gegen die plötzliche Abnahme der Milch, wenn diese durch keine andere Krankheit bedingt ist. Auch zu Umschlägen, Einspritzungen in das Unterhautgebinde, bei Geschwüren, Quetschungen, Blutergüssen.

Marspflanze.

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